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Rottweil Werkrealschüler müssen improvisieren Von Kathrin Kammerer Schwarzwälder-Bote, 27.09.2011 18:00 Uhr
Rottweil. Wenn sich die Schülerzahl mit einem Schlag verdoppelt, muss eine Schule große Herausforderungen stemmen. Die Rottweiler Konrad-Witz-Schule befindet sich mittendrin in diesem Anpassungs- und Findungsprozess. Im Zuge der Werkrealschul-Einführung wurden die Hauptschulen in Göllsdorf sowie an der Johanniter- und der Römerschule aufgelöst und an der Konrad-Witz-Schule zur neuen Werkrealschule zusammengeführt. Aus ehemals 150 Schülern wurden so mit einem Schlag 330 für das neue Schuljahr. Nun gilt es Platz- und Betreuungsengpässe geschickt aus der Welt zu schaffen. Die Zahl der Lehrkräfte wurde von 42 auf 61 erhöht. "Außerdem mussten weitere Räume her, und da war ein Neubau natürlich die erste Idee", erzählt Rektor Willy Schmidt. Diese Lösung hätte jedoch mindestens 1,2 Millionen Euro gekostet und wurde vom Stadtrat wieder verworfen. Vielmehr einigte man sich darauf, sieben Klassenräume der Johanniterschule mitzunutzen. Die Klassen fünf und sechs sind nun – "aus pädagogischen Gründen", so Schmidt – in der Konrad-Witz-Schule untergebracht, während die Stufen sieben bis neun in die Räume der Johanniterschule ausgelagert werden. Die Zehntklässler sowie die Kooperationsklassen dagegen haben wieder im Gebäude der Konrad-Witz-Schule Unterricht. " Schüler und Lehrer müssen nun zwischen den beiden Gebäuden pendeln, die Sekretärin hat mit der verdoppelten Schülerzahl eine Mammutaufgabe zu stemmen, und die Ausstattung der Räume in der Johanniterschule genügt den Ansprüchen des Werkrealschul-Stundenplans noch nicht. Zum Beispiel gibt dort keinen Kunstraum – die Schüler malen momentan im Klassenzimmer, ja teilweise gar auf dem Boden. "Es fehlt zur Zeit auch eine Küche für das Fach ›HTW‹ und eine eigene Sporthalle", führt Heinichen die Liste fort. Die Kinder müssen nun für die jeweiligen Unterrichtsstunden die Sporthallen in der Umgebung sowie die Schulküche der Göllsdorfer- und der Konrad-Witz-Schule nutzen. "Eine Vielzahl von Fahrten steht da jede Woche an", berichtet Heinichen. "Bürgermeister Werner Guhl hat uns beim Lösen dieser Raumprobleme aber seine volle Unterstützung zugesichert", freut sich Rektor Schmidt. Gemeinsam mit Heinichen schaut er zuversichtlich in die Zukunft seiner – nun um einiges vergrößerten – Schule.
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